Sonntag, 22. März 2015

Die Meerjungfrau

Mit meiner Familie machte ich Urlaub am Meer,ich war 5 Jahre alt und die Jüngste von 3 Geschwistern.Meine Brüder waren schon 10 und 12 Jahre alt und konnten super schwimmen.Ich hingegen,konnte nicht schwimmen und ich mochte auch das Meer nicht wirklich.Da waren so eklige Sachen und Lebewesen drin,vor denen ich mich fürchtete.
Meine Mama war sehr geduldig mit mir und versuchte mich immer wieder dazu zu motivieren,vielleicht doch ins Wasser zu gehen,aber es war zwecklos.
Es war einer dieser Tage,wo ich wie jeden Tag bockig am Strand saß und alles doof fand.
Doof waren meine Brüder,die lieber im Wasser waren,als mit mir zu spielen.
Doof,dass Mama und Papa auch ins Wasser gingen und danach auf der Liege lagen.
Doof,dass eigentlich alle um mich herum Spaß im Wasser hatten,nur ich nicht!
Mama kam gerade aus dem Wasser und schnappte nach ihrem Handtuch um sich abzutrocknen.
"Lissy,Schatz......willst Du es nicht einmal versuchen ins Wasser zu gehen und zu schwimmen ?"
"Nein!!!!" War meine bockige Antwort.
Mama redete auf mich ein und ich wurde immer bockiger.Sie erzählte mir vom tollen Wasser,von kleinen Fischen und von einer Meerjungfrau ,die angeblich auf mich aufpassen würde,wenn ich im Wasser bin.
Bockig sagte ich zu Mama:"Finde Wasser doof,und die Meerjungfrau auch!!! Der ist es doch egal,ob ich im Wasser bin oder nicht!!!! "
Mama gab es endgültig auf und so saß ich weiter bockig,alleine am Strand und konnte zusehen,wie alle um mich herum ihren Spaß hatten.
Als ich Abends im Bett lag weinte ich und fand nur schwer in den Schlaf.
Ich fing an zu träumen und im Traum erschien mir eine Meerjungfrau .Sie war sehr lieb zu mir und sagte:"Lissy,komm mit mir mit ins Meer.Ich zeige dir meine Welt."
"Aber ich kann doch gar nicht schwimmen ...."
"Lissy,ich bin doch da....ich passe auf dich auf...und du wirst sehen,du kannst schwimmen..."
Widerwillig gab ich nach und ging mit.Erst jetzt bemerkte ich,dass die Meerjungfrau Beine hatte.
"Wo ist deine Flosse???" Fragte ich.
" Ach Lissy,meine Flosse bekomme ich erst im Wasser und noch bin ich ja am Strand..."
Sie nahm meine Hand und ich folgte ihr ins Wasser.Was ich jetzt sah,war so wunderbar! Überall um mich herum waren kleine und große,bunte Fische.Ich sah Meeresbewohner und Pflanzen,von denen ich nicht einmal wusste,dass es sie gab.Und das Schönste war: Ich konnte schwimmen und es war ein schönes Gefühl!
Gegen Morgengrauen brachte mich die Meerjungfrau nach Hause,zurück in mein Bett.
Als ich am Morgen aufwachte,war ich mir nicht sicher ob ich nur geträumt hatte,oder ob ich alles wirklich erlebt hatte.Ich wollte auch niemandem davon erzählen....es würde mir ja sowieso niemand glauben.
Nach dem Frühstück gingen wir wieder zum Strand.
Alle gingen wieder ins Wasser,nur ich blieb sitzen.
Ich überlegte was ich machen soll.Leise hörte ich eine Stimme,die mich rief:"Lissy....Lissy,komm....wir warten auf dich!" Und dann sah ich die Meerjungfrau ,wie sie im Meer schwomm.
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und ging langsam über den Sand in Richtung Wasser.
Wieder sah ich die Meerjungfrau ,wie sie mir aufmunternd zuwinkte.
Und dann gab ich mir einen Ruck und ging ins Wasser.
Meine Brüder und meine Eltern glaubten ihren Augen nicht zu trauen....doch ich war im Wasser und schwomm,als ob ich nie etwas anderes gemacht hätte .
Ich hatte an diesem Tag richtig viel Spaß und wie wir nach Hause gehen wollten,lief ich nochmal zum Wasser und schaute hinein.
Leise rief ich:"Danke liebe Meerjungfrau ! Danke für alles !!!"
Da kam die Meerjungfrau an die Wasseroberfläche und lächelte mich an.Mit einem Winken,verschwand sie wieder im Wasser ......



Copyright :Biljana Schebek



Sonntag, 15. März 2015

Paris l'amour

Es war Frühling,die Blumen blühten in ihrer ganzen Pracht und versprühten ihren Duft.Die Sonne sendete ihre wärmenden Strahlen zur Erde.
Das war der Tag an dem sich Tamara auf den Weg nach Paris machte um Marcel zu treffen.
Marcel war ihre Internetbekanntschaft,noch haben sie sich nicht gesehen.Sie wollten sich auf dem Eiffelturm treffen,in der Stadt der Liebe.
Tamara war sehr aufgeregt und voller Vorfreude,obwohl sie nicht wusste was sie erwarten würde.Marcel und Tamara hatten keine Bilder ausgetauscht ,nur miteinander geschrieben und es hatte sich ein Knistern in ihren Worten abgezeichnet .
Man könnte fast sagen,Tamara war verliebt in den großen Unbekannten .
Auf dem Eiffelturm wollen sie sich treffen,mit einem Buch in der Hand,einem Gedichtband von ihrem Lieblingsautor.
Die Fahrt nach Paris erschien Tamara unendlich lang.Sie malte sich auf dem ganzen Weg aus,wie Marcel wohl aussehen würde,wie würde er riechen,wie würde es sich anfühlen,wenn sie sich umarmen?
Sie bemerkte,wie die Nervosität in ihr wuchs,je näher sie nach Paris kam.
Da war sie,die Stadt der Liebe.....endlich war Tamara angelangt.Doch bevor sie auf den Eiffelturm ging,checkte sie in ihrem Hotel ein.
Tamara machte sich frisch und wählte sorgsam ihre Kleidung und ihr Make Up aus.
Noch ein letzter Blick in den Spiegel ....sie war zufrieden mit dem was sie sah.
Schnell schnappte sie noch den Gedichtband und dann ging es los zum Eifelturm.
Mit jedem ihrer Schritte wuchs die Nervosität und sie bemerkte wie ihr Herz immer lauter und schneller schlug.
Tamara war angekommen .....ihre Gedanken kreisten.....was wenn er mich nicht mag? Was wenn ich ihn nicht mag? Sie warf die Gedanken beiseite.....es wird schon gut gehen,redete sie sich ein.
Erwartungsvoll schaute sie zu allen Seiten......doch sie konnte niemanden entdecken mit einem Gedichtband in der Hand.Tamara war enttäuscht.
Sie setzte sich hin und ließ ihren Gedanken freien Lauf.....er hat mich versetzt....er hat mit mir gespielt...
Dabei bemerkte sie gar nicht,dass ein großer ,dunkelhaariger Mann neben ihr Platz genommen hatte.
Als sie zur Seite schaute,sah sie in zwei wunderschöne ,große braune Augen,die sie zärtlich ansahen.
Ooooohhhhh.......er hatte denselben Gedichtband in der Hand wie Tamara.....es war Marcel.
Sie nahmen sich in den Arm,es war als würden sie sich ewig kennen....
Tamara und Marcel saßen noch lange da und redeten,sie spazierten durch die Straßen von Paris und nach einem Kaffee war ihnen bewusst,dass sie zusammengehören.
Es war Liebe auf den ersten Blick....
Das Ganze liegt nun schon über 20 Jahre zurück ,doch für Tamara und Marcel ist es als ob es gestern war.
Sie haben geheiratet und sind glücklich miteinander ,wie am ersten Tag.

Beide haben ihre Reise nach Paris nie bereut-
Paris l'amour 


Copyright   Biljana Schebek


Sonntag, 1. März 2015

Angst ist nicht so schlimm

Das Herz lebt nicht 
von der Vergangenheit,
Gewohnheit-
Ist keine Gemeinsamkeit.
Angst vor dem allein sein
ist nicht so schlimm,
Wie die Einsamkeit zu zweit.


Für immer in meinem Herzen

Wieder gehe ich die Straßen der Stadt alleine entlang.
Meine Gedanken verlieren sich,
Seit einem Jahr lebe ich bereits mit der Hoffnung-
Du kehrst zurück.

Ich liebe dich immer noch-erzähle ich allen -
Auch wenn Du mit ihr zusammenlebst.
So lange ich bestehe,so lange ich lebe,
Hast Du bei mir ein warmes Heim.

Ich sehe verliebte Paare,
Sie spazieren Arm in Arm,
Genauso wie wir es einmal getan haben.
Wir waren beide glücklich ,
Jetzt bist es nur noch Du.

Nicht einmal Gott kann mir helfen,
Ich verliere alle Spuren,
Ich glaube daran das Du zurückkommst,
Ich habe Dich immer noch gern.

Aber Du lebst irgendwo,
Glücklich .....
Hast kein Verlangen mich zu sehen,
Selbst wenn ich jetzt sterben würde,
Du würdest mir keine Träne nachweinen .

Und dennoch.....
Bleibst Du für immer in meinem Herzen !


Copyright  Biljana Schebek